Schluss mit den Mummy Kämpfen: Ideale Mutter vs. Ideale Karrierefrau

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Auf goop.com findet man heute einen interessanten Artikel über den Kampf zwischen Müttern, die arbeiten und Müttern, die zuhause bleiben (wohlgemerkt in Amerika). Er ist etwas kompliziert zum Lesen, aber zusammengefasst lässt sich sagen, dass die Autorin an die Gesellschaft appelliert, die Grabenkämpfe zwischen den Müttern aufzuhören und ein neues System zu finden, in der sowohl Arbeit als auch Familie nebeneinander existieren können. Ein Schlüsselsatz ist für mich, wo sie beschreibt, dass wir so beschäftigt sind, arbeitende Mütter zu verurteilen, dass wir gar nicht sehen, wie wir ihr eigentlich helfen können. Sie muss verrückte Arbeitszeiten neben der Familie und dem Haushalt leisten, um auf dem Karrierezug zu bleiben, und gleichzeitig wird sie fertig gemacht. Und die Mütter, die zuhause bleiben, werden rutschen auch in die Überforderung, weil sie versuchen, die „ideale Mutter“ darzustellen und sich ebenso unter Leistungsdruck setzen. Beide Seiten leiden und beide Lebensmodelle im Extremen sind natürlich nicht gesund für die Kinder!

Meine eigenen Beobachtungen nach kann ich diese Grabenkämpfe wirklich nur bestätigen. Meine Freundinnen aus Schweden, Frankreich oder den USA sehen es als Selbstverständlichkeit, sofort nach 2-3 Monaten wieder Vollzeit zu arbeiten. Sie staunen nur darüber, dass es NOCH Mütter gibt, die zuhause bleiben. Sie finden sogar, es sei schädlich, sich nicht weiter durch die Arbeit „selbst zu verwirklichen“. Hier in Österreich und besonders hier auf dem Land (ich lebe eine halbe Stunde außerhalb von Salzburg) ist es eher umgekehrt: Mütter bleiben mindestens 2 Jahre zuhause und arbeiten von da an nur mehr Teilzeit in „kleinen Jobs“ bis die Kinder 14-15 sind. Mütter, die mehr arbeiten, sind selten – und werden, wie eine Bekannte berichtet – als Rabenmütter wahrgenommen.

Ich erlebe also beide Modelle mit und würde mich selber so dazwischen sehen: ich bin ein Jahr lang in Karenz gewesen und arbeite nun Teilzeit angestellt und mit meiner eigenen Firma. Aber ich muss zugeben, dass ich den Druck, beruflich „trotz Kind“ weiter etwas zu leisten, sehr stark verspürt habe und verspüre. Besonders, weil ich ja nur „1 Kind zuhause habe und da geht ja noch alles“. Nur wie?? Ich bin sehr gerne Mutter und habe sehr viel Spass mit meinem Kind und gleichzeitig will ich beruflich nicht stagnieren. Mir ist klar, das beruflicher Erfolg einen Vollzeitjob von mir verlangt, aber ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, wie ich das mit meinem eigenen Mutterbild vereinen soll. Ich bin wirklich keine „Helikopter-Mum“ und ich finde es wichtig, dass ein kleines Kind ab einem gewissen Alter sozialen Umgang mit anderen haben muss, außerhalb der Mutter. Ich kann mein Kind einige Stunden die Woche abgeben und sehe, dass es uns beiden gut tut. Aber ich weiss beim besten Willen nicht, wie es gut sein sollte, wenn er den ganzen Tag, die ganze Woche über, inklusive Überstunden, in Fremdbetreuung ist. Und ich weiss auch, dass ich dann nur mehr eine sehr, sehr müde, uninspirierte Mama wäre, die am Wochenende lieber schlafen, als spielen möchte. Ich habe Hochachtung vor jeder Frau, die das schafft oder schaffen muss.

Wie die Autorin im goop.com Artikel ist für mich auch die einzige Lösung, unsere Arbeitszeitmodelle zu überdenken. Die Dame beschreibt unsere Arbeitskultur als Kultur der „Facetime Warriors“, also je mehr Zeit man im Büro verbringt, desto mehr leistet man. Man müsste davon wegkommen und stattdessen in Projekten, Arbeitsschritten und flexiblen Arbeitsplätzen (Heimarbeit) denken. Das geschieht schon immer öfter, ist aber immer noch mit vielen „Ja, aber…“ verbunden.

Ich selber versuche das für mich nun ganz kreativ irgendwie zusammenzuwürfeln: eine Teilzeitstelle mit Versicherung als Basis und arbeiten zuhause am Abend am Computer (wenn mein Kind schläft) an meinen eigenen Projekten, um meine persönlichen Ziele zu verfolgen und die Karriere in Schwung zu halten. Ich finde es total wichtig und gut, dass nun endlich darüber diskutiert wird, dass es weder den Müttern, noch den Kindern gut geht, wenn diese „Mummy Kämpfe“ weitergehen! Was man dagegen tun kann? Zum Beispiel die Zeitbilanz einer Woche mal genau ansehen und ehrlich über seine Situation reden. Veränderungen verlangen. Diskussionen in Gang bringen und in Schwung halten. In diesem Sinne: wie geht es Euch mit der „Arbeit, Liebe, Spiel“-Balance in Eurem Leben?

 

2 thoughts

  1. Die Krippe scheint eine Einrichtung zum Wohlergehen von Erwachsenen zu sein, denn ein bezüglich der sehr frühen Krippenaufbewahrung nicht ausreichend beachtetes Problem (neben zu erwartender erhöhter Stresshormonausschüttung (Cortisol) infolge „learned helpnessless“ und Wachstumshormonmangel infolge reduziertem Langsamen-Wellen-Schlaf in der Krippe) ist die mögliche Störung bzw. Verzögerung der frühkindlichen Sprachentwicklung zu befürchten. Mangelnde primäre (besonders 0 – 1,5 Jahre) frühkindliche Sprachentwicklung hat oft die Folge von Lese- und Rechtschreibstörungen und letztlich ungünstiger kognitiver Entwicklung.
    Denn bereits ab der 20. Gestationswoche hört der Foet im Mutterleib flüssigkeitsangekoppelt die Mutterstimme und ist nach der Geburt massiv darauf fixiert, sodass eine längere (max. bis zu 3 Jahren) dyadenspezifische Beziehung zwischen diesen beiden Personen notwendig ist.
    [Einzelheiten über „Kinder – Die Gefährdung ihrer normalen (Gehirn-) Entwicklung durch Gender Mainstreaming“ sind in dem Buch: „Vergewaltigung der menschlichen Identität. Über die Irrtümer der Gender-Ideologie, 4. erweiterte Auflage, Verlag Logos Editions, Ansbach, 2014: ISBN 978-3-9814303-9-4 nachzulesen]

  2. Die Diskussionen rund um das Thema der working mum vs. Hausfrau&Mutter begleitet mich immer häufiger. Ich bin glückliche Mama von zwei Kindern und habe einen wunderbaren Mann an meiner Seite. In Gesprächen mit Männern aber vor allem mit Frauen kommt bald die Frage, wann ich denn wieder arbeiten gehe. Da fühle ich mich oft exotisch, wenn ich sage, dass ich mit meiner Arbeit zufrieden bin: ich betreue die Kinder, 4 und 7 Jahre jung, von 8 bis 19 Uhr allein, mo bis Fr., ausgenommen schul- und kindergartenzeiten. Ansonsten mit dem Vater der Kinder, meinem Mann gemeinsam. Weiters ja die banalen alltagsdinge wie Haushalt, kinderzubehör organisieren, tägliches kochen von drei Mahlzeiten – so „Green“ wie möglich. Ich denke, dass ich außerhalb der Familie arbeiten werde, wenn die Kinder größer und noch selbständiger sind. Jedenfalls ist es doch schön, daß hierzulande jede Frau selbst entscheiden kann, welches Modell sie für sich wählt. Noch schöner wäre das ohne zähnefletschen der Teilnehmerinnen. Ich wünsche jeder Frau, dass sie das von ihr als gut befundene Modell leben und genießen kann! In diesem Sinne: einen schönen Muttertag!

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