Selbstgemachtes Johannisbeere-Kokos-Eis (ohne Zucker!)

Meine Sommerferien als Kind sahen circa so aus: viel Zeit mit meinen Großeltern verbringen. Die Papa Oma hatte ein schrulliges altes Haus in Reichenau an der Rax gleich am Waldrand gelegen und ich kann mich erinnern, wie gerne ich im Sommer dort war. Es war selbst an heißen Tagen kühl und ich konnte ausgiebig durch den Garten toben. Die Cousine meiner Oma – ich nannten sie liebevoll Tante Fini – war oft zu Besuch. Auch in Reichenau. Ihre Kinder und Enkelkinder lebten in Australien und so waren wir ihre Alltags-Familie. Sie war eine fröhliche junggebliebene Seniorin, die viel Freude daran hatte mich zu bespaßen. Sie spielte mit mir Romy und ließ mich gewinnen. Sie verkleidete sich mit mir und brachte viel Spaß in mein Leben. Direkt neben dem Grundstück in Reichenau führte ein Weg rauf auf den Kreuzberg. Ich kann mich noch erinnern wie wir durch die Wälder auf Entdeckungsreisen gingen. Tante Fini hatte einen Spazierstock und während sie neben mir herging, fing sie an zu singen: “Ein Hut, ein Stock, ein Damenunterrock…“ Mein Lachen war durch den Wald zu hören. Ich konnte einfach nicht genug bekommen von dem Lied und rief immer wieder begeistert: „Noch einmal!“.

Auch sonst war es bei der Papa Oma immer großartig. Es gab einen großen Garten mit vielen Verstecken. Neben dem Haus stand eine Regentonne, in die langsam nach und nach Wasser tropfte. Ich kann mich an keinen Zeitpunkt erinnern, an dem sie nicht bis oben hin voll war. Vor dem Haus gab es eine kleine Steinmauer, bei der auch eine Wasserpumpe stand, aus der ich, für mich damals mühsam, Wasser zum gießen der vielen Blumen und Pflanzen holte. Es war ein bunter Garten mit vielen unterschiedlichen Farben, in denen die Blütenblätter erstrahlten. Hinterm Haus wuchsen Walderdbeeren. Klitzeklein und schwer zu finden, aber im Geschmack mit nichts zu vergleichen. Jeden morgen nach dem Aufstehen lief ich aus dem Haus um frische Früchte zu sammeln. Manchmal mit mehr, aber meist mit wenig Erfolg.

An der anderen Seite des Gartens hatte die Papa Oma schwarze Johannisbeersträucher gepflanzt und natürlich waren die im Sommer immer perfekt gereift zum Ernten. Auch das war meine Aufgabe, wenn ich sie besuchen war. Dabei durften ich sie aber nicht gleich essen. Und das war eine gewaltige Herausforderung. Frisch geerntet schmeckten sie immer am besten. Manchmal, wenn Oma nicht hersah, verschwanden die kleinen Beeren in meinem Mund. Und wenn ich ein insistierendes „Birgit!“ hörte, lächelte ich ganz unschuldig und Oma war wieder versöhnt. Warum ich die Früchte nicht essen durfte? Ganz einfach, weil aus ihnen in Omas Küche immer die beste Marmelade des Jahres produziert wurde. Etliche Gläser voll dunkler Köstlichkeit, die uns immer durch den Herbst und den Winter begleitete und in Erinnerung an die sonnigen Tage schwelgen lies. Das schwarze Johannisbeeren somit zu einer meiner Lieblingsfrüchte wurden ist jetzt aber wohl klar.

Die schwarze Johannisbeere ist zwischen Juli und August erntereif und hat somit jetzt Saison. Man sagt ihr auch nach, dass sie von allen gängigen heimischen Obstsorten am meisten Vitamin C enthält. Angeblich sind ist es dreimal soviel wie Zitronen. Vielleicht wollte meine Oma deswegen soviel wie möglich für den Winter konservieren. Die Beeren enthalten aber auch Kalium, Kalzium, Eisen, Magnesium, viele Ballaststoffe und einige andere Vitamine. Sie sind also die perfekte Nascherei für unsere Kleinen. Das Rezept für Omas Marmelade wurde in der Familie leider nie überliefert, daher kann ich es hier nicht verraten. Aber dafür habe ich die neulich frisch gepflückten schwarzen Johannisbeeren mit etwas Kokosmilch zu einem Eis verarbeitet.

 

Schwarze Johannisbeere-Kokos-Cremeeis

Zutaten:

  • 250 g Schwarze Johannisbeeren
  • 200ml Kokosmilch
  • 80g Kokosblütenzucker
  • 1 Prise Salz
  • 1g Johannisbrotkernmehl
  • 1g Guakernmehl
  • 240g Wasser

How-to:

Alle Zutaten im Mixer zu einer flüssigen Masse pürieren und dann für 30 Minuten kaltstellen. In einer Eismaschine verarbeiten. Ich habe so eine für die man die Schüssel für 24h in den Gefrierschrank geben muss. Sie hat den Vorteil, dass das Eis sehr cremig wird, was ich gerne mag. Bis das Eis die richtige Konsistenz hat dauert es bei mir circa. 15 – 20 Minuten. Aber das muss man natürlich je nach Gerät selbst ins Gefühl bekommen.

Ohne Eismaschine: Die schwarzen Johannisbeeren mit dem Kokosblütenzucker und dem Wasser 2 Minuten aufkochen. Danach mit der Kokosmilch im Mixer zu einer flüssigen Masse pürieren und in die Eisformen füllen. Stiele hineinstecken und für 8 Stunden in den Tiefkühler stellen.

(c) Birgit Parade

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