Rotes Glück, ganz ohne Zucker: Ketchup selbstgemacht

Es gibt wohl für Kinder nur wenige Dinge, zu denen Ketchup nicht passt. Meine Nichte und meine Neffen essen es gerade mit Vorliebe zu Nudeln. Eine Kombination, die – soweit ich mich erinnern kann – nie zu meinen bevorzugten Gerichten zählte. Und das obwohl meine Ketchupliebe immer schon sehr groß war. Pommes mit Ketchup gab es im Schwimmbad ebenso, wie auf der Schihütte – hatten also immer Saison. Und Wiener Schnitzel ohne dieser Beilagenkombination wanderte auch nur mit Murren in meinen Magen. Bei Toast war es dann ganz vorbei mit der Zurückhaltung. Auf meinem Teller war dann immer ein rotes Ketchup-Meer zu sehen, in dem irgendwo eine Toastinsel schwamm. Auf den Punkt gebracht, meine Kindheit ohne Ketchup – das wäre ein No-Go gewesen.

Als meine Eltern in meiner Situation waren, zwei Kinder aufzuziehen, war aber auch irgendwie alles anders. Natürlich schaute man auf gesundes Essen – nur die Definition was gesund war, war dann doch eine andere. Ende der 70er Jahre steckte auch die Forschung in diesem Bereich noch in den Kinderschuhen. Es gab für viele Ernährungsempfehlungen oft gar keine wissenschaftlichen Belege. Und glaubt man manchen aktuellen Berichten, dann war die Zucker-Lobby damals einfach stärker als die Fett-Lobby. Fett wurde zur größten Ernährungssünde gemacht. Bei Zucker hatte man keine  Bedenken. Und vor allem dann, wenn man ihn nicht sofort sah. Dass in einem Kuchen oder in Eis Zucker drinsteckt, das war schnell klar. Aber der versteckte Zucker in vielen anderen Speisen, die man selbst womöglich noch nie zubereitet hatte, der war nicht mehr so offensichtlich. Und wer denkt den bei Tomatenketchup schon an eine Zuckerbombe.

Heute ist das natürlich anders. Auch für mich ganz persönlich. Seit Ted auf der Welt ist, achte ich selbst auch viel stärker darauf, was in Lebensmitteln dringesteckt und habe mir fest vorgenommen, meinen kleinen Mann – dort wo ich Einfluss darauf habe , also zu Hause, bei den Großeltern und Verwandten und wenn wir gemeinsam unterwegs sind – von industriellen Haushaltszucker fernzuhalten. Somit gab es bis vor kurzem für ihn auch noch nie Ketchup. Auch wenn es schon lange auf meinem Plan stand, eines für ihn einzukochen.

Vor einiger Zeit wurde ich dann auf einen BlogHop aufmerksam, bei dem es darum ging gesündere Varianten von Fast Food zu verbloggen. Und nachdem alles mit Ketchup zu meiner persönlichen Kindheit-Fast-Food-Top 10 zählte, dachte ich mir, das ist mein perfektes Blog-Thema dafür. Ich hab mich also in die Küche gestellt und unterschiedliche Rezepte versucht, kombiniert und wieder verworfen. Geblieben ist diese Variante eines Hot-Ketchups mit den dazugehörigen frischen Pommes aus dem Backofen. Viel Spaß beim Nachkommen.

Ketchup (ergibt 2 kleine Flasche)

Zutaten:

  • 1kg süßliche reife Tomaten
  • 1 Stange Sellerie
  • 1 Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 Apfel (süßlich – Gala oder Golden Delicous eigenen sich gut)
  • 2 EL Olivenöl
  • 1 Lorbeer-Blatt
  • 1 Zweig Thymian
  • 1 Zweig Rosmarin
  • 1 TL Salz
  • 160ml Rotwein-Essig
  • 1 EL Yaconsirup (es geht auch Reissirup)
  • je 1 Prise, Ingwer, Muskatnuss, Koriander und Nelken (alles gemahlen)
  • 1 Messersitze Cayennepfeffer
  • Salz und Pfeffer zum Abschmecken

How-to:

Tomaten waschen und in Stücke schneiden. Sellerie, Zwiebel und Knoblauch schälen und klein würfeln schneiden. Apfel mit der Schale klein schneiden. Olivenöl in einen Topf geben. Die geschnittenen Zutaten mit dem Lorbeerblatt, dem Thymian, dem Rosmarin und dem Salz hinzufügen und bei mittlerer Hitze 30 Minuten kochen lassen. Dabei regelmäßig umrühren. Danach die Kräuter entfernen und noch etwas ziehen lassen. Noch eimal durchrühren. Die fertige Sauce durch ein Sieb passieren (geht auch mit einer Flotten Lotte) und dann den Essig, den Sirup und die Gewürze hinzufügen. Diese Mischung jetzt solange kochen, bis sie eindickt (ca. 1 – 2 Stunden), dabei wieder regelmäßig umrühren. Das noch heiße Ketchup in abgekochte Flaschen füllen und im Kühlschrank aufbewahren (hält circa 1 Woche – bei Bedarf einkochen, dann hält es auch länger.)

 

Pommes aus dem Ofen

Zutaten:

  • 1 kg Kartoffel
  • etwas Öl
  • Salz

How-to:

Für die Pommes die Kartoffeln schälen und in Form schneiden, danach abwaschen und trocknen. In einer Pfanne bei höchster Temperatur rundherum anbraten. Danach bei 160 Grad für circa 20 – 30 Minuten in den Backofen. Ausdampfen lassen, salzen und mit dem Ketchup servieren.

(c) Birgit Parade

 

 

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