Kompostieren ohne Garten: So kannst Du Deinen Biomüll zuhause selber verwerten

Zugegeben: Ich bin ein Biomüll-Müffel. Ich wohne im 2. Stock und die Biomülltonne vor der Haustüre scheint meilenweit entfernt. Ich weiß, das ist keine wirkliche Ausrede, aber mit Kind werden manche Wege wirklich viel weiter! Außerdem weiß ich oft nicht wohin mit dem Biomüll. In meiner kleinen Küche ist kein Platz dafür angedacht und der Geruch stört mich in unserer kleine Wohnung immer sehr! Schon seit längerem suche ich nach einer Option, die in den eigenen 4 Wänden geruchlos, platzsparend und trotzdem sinnvoll funktioniert. Denn zum Beispiel bei einer vierköpfigen Familie mit zwei Kindern kommt man auf fast zwei Tonnen Weggeworfenes – das entspricht dem Gewicht von mehr als zwei ausgewachsenen Eisbären!

Vom Biomüll zum Biodünger

Groß ist deshalb die Neugierde, als heute ein Mail mit dem „Bokashi“-Prinzip von Multikraft (einem österreichischen Familienunternehmen aus Pichl bei Wels) in meiner Inbox landete: Bei diesem System werden die Küchenabfälle zerkleinert in den Bokashi-Haushaltseimer geben und mit effektiven Mikroorganismen gleichmäßig besprüht (Verdünnung 1:100). Je mehr Schnittflächen man hat, desto besser funktioniert die Fermentation. Mit einer Handkelle drückt man die Abfälle zusammen, sodass eine hohe Dichte mit möglichst wenig Sauerstoff entsteht. Durch die Zugabe von Effektiven Mikroorganismen und das Schließen des Deckels startet der Fermentationsprozess. Das Ergebnis darf man bereits nach zwei bis drei Tagen bewundern – da lässt man nämlich zum ersten Mal den Sickersaft ablaufen. Während der Inhalt eines Eimers fermentiert, kann man den zweiten befüllen. So schafft man einen natürlichen Kreislauf, der die Umwelt spürbar entlastet. Und das Ganze völlig geruchlos!

Verwendung des Self-Made-Düngers

Der Einsatzbereich des neugewonnenen Bio-Düngers ist vielfältig. Den Sickersaft kann man beispielsweise stark verdünnt als Dünger für alle Arten von Pflanzen mit Nährstoffbedarf – wie z.B. Zimmerpflanzen oder kleine Gemüsestauden am Balkon – im Mischverhältnis 1:20 verwenden. Außerdem neutralisiert die Flüssigkeit auch unangenehme Gerüche in Räumen und verbessert die Luftqualität. Das fermentierte Material der Bokashi Herstellung ist darüber hinaus eine optimale Düngezugabe im Gemüse- oder Blumenbeet sowie für Topfpflanzen.

Laut Hersteller kann eine 4-köpfige Familie so rund 35% des Gesamtmülls durch Kompostieren einsparen. Das klingt sehr vielversprechend und ich habe wirklich Lust, dieses System demnächst zu probieren!

Wie sieht es bei Euch aus? Habt Ihr Tipps für die Verwertung von Biomüll? Wie macht Ihr das in Eurem Haushalt?

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